Was braucht das Kind in dir heute?
Selbstfürsorge in turbulenten Zeiten: Warum sich unsere Erwachsenenleben oft so überwältigend anfühlen und wie wir besser für uns selbst sorgen können.
In den letzten Jahren habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ich etwas zwar im Kopf verstanden habe, mir im Alltag aber trotzdem schwertue, diese Erkenntnis umzusetzen. In körperorienterten Coaching- und Therapiemethoden spricht man in diesem Zusammenhang von einem embodiment gap, also einer Verkörperungslücke: Ich habe etwas mit dem Verstand begriffen, aber mein Körper, mein Nervensystem, meine unbewussten Reaktionen und Muster sind (noch) nicht auf demselben Stand wie der Kopf.
Im Kopf weiß ich zum Beispiel, dass es gut und wichtig ist, mir selbst liebevoll, wohlwollend und wertschätzend zu begegnen. Ich möchte Mitgefühl, Akzeptanz, Geduld und, ja, Liebe für mich selbst aufbringen. Aufhören, unrealistische unmenschliche Erwartungen an mich selbst zu haben.
In der Praxis fällt mir das oft gar nicht so leicht. Auch wenn es mir – langsam, langsam – immer besser gelingt, gut auf mich zu achten, passiert es mir trotzdem wieder und wieder, dass ich mich selbst völlig überfordere. Mir viel zu viel vornehme. Und mich dann schlecht fühle, wenn ich nicht alles schaffe.
Diese Thematik beschäftigt mich, in unterschiedlichen Ausprägungen, seit Jahren. Letztens habe ich dazu ein Video gesehen, das ich nicht nur sehr schön gefunden habe, sondern das für mich tatsächlich auch sehr hilfreich war. Darin wurde eine ganz simple Praxis zur Selbstfürsorge vorgestellt, die ich tatsächlich gut in mein Leben integrieren kann. Ich bin in den letzten Tagen immer und immer wieder darauf zurückgekommen und merke, wie gut mir das tut.
Das Video dauert fünf Minuten und ist auf Englisch; falls die Sprache eine Hürde sein sollte, kannst du in den Einstellungen auch eine deutsche Tonspur einstellen (die allerdings AI-generiert ist und nicht so toll klingt).
Für alle skeptisch-rationalen Kopfmenschen, die (so wie ich) immer alles erst verstehen müssen: Bei der Arbeit mit dem Inneren Kind handelt es sich um keinen esoterischen Hokuspokus – darunter liegen solide, psychologische Modelle.
Viele Persönlichkeitsmodelle gehen davon aus, dass wir in unserer Kindheit Persönlichkeitsanteile abspalten, wenn wir mit Gefühlen konfrontiert sind, die so schmerzhaft sind, dass sie uns zu überwältigen drohen. Diese sogenannten Überlebensanteile leben in uns weiter – und sie stecken in dem Alter fest, in dem das Trauma entstanden ist. Ich habe darüber vor ein paar Woche mal ausführlich geschrieben, falls dich das genauer interessiert.
Wie geht es dir? Hast du auch oft unrealistische Erwartungen an dich selbst? Wie gut gelingt es dir, dich zu entspannend und dir echte Pausen zu erlauben – ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben? Was sieht ein liebevoller Umgang mit dir selbst für dich aus?
Du kannst gerne unten einen Kommentar hinterlassen oder auf diese E-Mail antworten, nur an mich. Ich freue mich, von dir zu hören.
Alles Liebe,
Jakob
Danke fürs Lesen! Mein Name ist Jakob Bouchal, ich arbeite als systemischer Coach und psychosozialer Berater in Wien. Zu sein, wer du wirklich bist, und das Deine authentisch und freudvoll in die Welt zu bringen – dabei unterstütze ich dich gerne.
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Kenne das nur zu gut. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie hart ich mit mir ins Gericht gehe, obwohl ich bereits aktiv daran arbeite, anders mit mir umzugehen. Es braucht viel Zeit und Geduld, um diese alten Verhaltensmuster langfristig zu brechen.
Zeigt auch, dass wir keine rationalen Wesen sind.